Kleines Farb - ABC

Dispersion

Dispersionsfarben enthalten als Bindemittel eine Kunststoffdispersion, beispielsweise Polyvinylacetat, Polyvenylpropionat oder Styrol/Acrylat in Wasser. Die Verfestigung geschieht nicht durch Reaktion, sondern nur durch eine Filmbildung nach Verdampfen des Wassers. Als Grundierung werden organische Harzlösungen oder Kombination mit Siliconharz verwendet. In der Vergangenheit wurden Dispersionsfarben aufgrund des geringen Preises sowie der leichten Verarbeitbarkeit häufig angewendet, leider aber auch dort, wo sie als Anstrichsystem nicht geeignet waren. Das führt nun zu teilweise erheblichen Schäden aufgrund der Verwendung eines falschen Farbsystems. Da die Wasserdampfdurchlässigkeit bei Dispersionsfarben nur eingeschränkt bzw. gar nicht vorhanden ist, ist die Verwendung bei Kalkputzen nicht geeignet, da Kalk zum Abbinden Kohlendioxid aus der Luft benötigt.

hierzu gibt es jedoch noch eine andere Lösung:

Anwendungsfertige, wasserabweisende Dispersionssilikatfarbe nach DIN 18 363 2.4.1., unbrennbar, mit absolut lichtbeständigen, anorganischen Pigmenten und Füllstoffen, besonders geeignet für wirtschaftliche und dauerhafte Anstriche auf allen mineralischen Untergründen. Schützt mineralische Untergründe vor starker Witterungsbelastung, insbesondere durch die saure Atmosphäre. KEIM Granital ist wasserabweisend, hoch atmungsaktiv und umweltfreundlich

Silikatfarbe

Silikatfarben sind wasserverdünnbare, stark alkalische Anstrichstoffe auf Basis von kieselsäurereichen Kaliwasserglas. Aufgrund ihrer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit eignen sie sich besonders für mineralische Untergründe, beispielsweise für Putze mit einer hohen Wasserdampfdurchlässigkeit. Wegen des Bindemittelgehaltes nennt man sie auch Wasserglasfarben. Aber auch unter dem Namen Mineralfarben sind sie bekannt, da sie ursprünglich nur mit natürlich vorkommenden mineralischen Pigmenten hergestellt worden sind.

Im Gegensatz zu den Dispersionsfarben verkleben Silikatfarben nicht mit oder auf dem Untergrund, sondern gehen mit ihm eine chemische Verbindung ein, die auch als Verkieselung bezeichnet wird. Darin liegt auch ein Nachteil der Silikatfarbe. Sollte die Farbe später entfernt werden, muss gleichzeitig auch die obere Putzschicht mit abgeschlagen werden. Durch die CO2-Durchlässigkeit eignen sich Silikatfarben auch für carbonatisch gebundene Mörtel. Bei der Verwendung von Silikatfarben muss man darauf achten, dass der Untergrund gründlich gereinigt wird, alte Dispersionsfarbanstriche entfernt werden, eine gute Haftung besitzt und genügend rauh ist. Ebenso sollte der Untergrund durch fluatieren (Anätzung) vorbereitet werden. Dies ist notwendig, damit die Silikatfarbe ausreichend in die Poren des Untergrunds eindringen kann und sich somit mit dem Untergrund verkieselt. In der Silikatfarbe sind keine organischen Bestandteile enthalten.

Silikatfarben sind absolut lichtecht und wetterfest, äußerst wasserdampfdurchlässig und unempfindlich gegen schwefelhaltige Abgase. Sie erscheinen matt aber leuchtend. Die Farbpalette ist auf wasserglasbeständige, anorganische Pigmente und somit auf die eher gedämpfte Farbigkeit historischer Architektur beschränkt. Silikatfarben sind deshalb die Farben der Denkmalpflege. Je nach Auftrocknung sind Farbtonschattierungen möglich und stellen deshalb keinen Mangel dar. Die Silikatfarben sind in der DIN 18363 geregelt.

spezielle Silikatfarbe für Allergiker:

Anwendungsfertige Innenfarbe auf Silikatbasis nach DIN 18363 2.4.1.. Speziell entwickelt für die Anforderungen von Allergikern und besonders sensiblen Personen. Erste Innenfarbe aus schadstoff-und allergenkontrolliertem Material, ausgezeichnet mit dem RWTÜV-Prüfzeichen für Allergiker geeignet und dem IUG-Gütesiegel Allergiker-geeignet

Dispersionssilikatfarbe

Dispersionssilikatfarben enthalten im Gegensatz zu reinen Silikatfarben neben dem Bindemittel Kaliwasserglas, alkalibeständigen Pigmenten und Hydrophobierungsmitteln noch maximal 5 % organische Bestandteile (bezogen auf den Feststoff) in Form von Kunststoffdispersionen. Dispersionssilikatfarbe, deren organische Komponente aus Silikonharz besteht, erreichen eine höhere Wasserabweisung, vergleichbar mit Dispersionsfarben und zählen zu den wasserdampfdurchlässigen Anstrichsystemen mit anorganischen, mineralischen Bindemitteln.

Siliconharzfarbe

Siliconharzfarben werden oftmals auch als Siloxanfarben bezeichnet, da diese Farben Bindemittel aus Siloxanen und Acrylharz besitzen. Aufgrund ihres Aufbaus verdunsten diese Farben nur langsam. Dies bewirkt, dass sie auf bzw. in dem Baustoff so lange verbleiben, bis günstige Reaktionsbedingungen für die Bildung des Siliconharzes eintreten. Nach dem verdampfen des Lösemittels entsteht ein dünner Film. Als Grundierung für Siliconharzfarben werden Siliconharzlösungen verwendet.

Siliconharzfarben sind Wasser abweisend und besitzen eine hohe Gas- bzw. Wasserdampfdurchlässigkeit. Sie können auf allen mineralischen Putzen sowie auf vielen anderen Farben aufgetragen werden.

Latexfarbe

Als Latexfarbe bezeichnet man zwei verschiedene Arten von Wand- und Deckenanstrichen:

Echte, klassische Latexfarben sind Anstriche, welche als Bindemittel natürliches Latex (den Milchsaft des Kautschukbaumes bzw. eine Emulsion aus Kautschuk und Wasser) verwenden. Dieses verleiht ihnen spezielle, früher sehr rare Eigenschaften wie Wasserbeständigkeit, Wasserdampfundurchlässigkeit, Elastizität (Scheuerfestigkeit, vulgo Strapazierfähigkeit) und Glanz, macht sie aber auch sehr kostspielig. Echte Latexfarben sind mittlerweile praktisch vom Markt verschwunden.

Moderne, Pseudo-Latexfarben sind eigentlich gewöhnliche Dispersionsfarben, die lediglich auf spezielle Eigenschaften hin eingestellt wurden. Sie verwenden als Bindemittel ein Kunstharz und enthalten überhaupt kein Latex mehr. Durch den Namen soll lediglich suggeriert werden dass diese Farben Eigenschaften wie die echten Latexfarben aufweisen, die sie insbesondere zur Verwendung in hoch beanspruchten, meist öffentlichen Räumlichkeiten (zum Beispiel Treppenhäuser) befähigen. Seltener soll der Name auch auf besondere dekorative Eigenschaften verweisen.